Schulnote 6 – vielleicht gut gemeint – aber bestimmt nicht im Sinne der Tiere

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Februar 2016

Gerade habe ich diesen Artikel über ein Schulprojekt einer Berliner Schule gelesen:

Da unterhält die Schule angeabegemäß einen eigenen Zoo mit vielen verschiedenen – auch exotischen Tieren – und verleiht diese an Schüler und andere Schulen.
Als Sinn und Zweck wird angegeben, dass so Artenschutz gelehrt und der Umgang mit Tieren und das Mitgefühl für die Tiere vermittelt werden soll.

Tatsächlich ist das aber viel zu kurz bzw. falsch gedacht.

An erster Stelle sollte immer die Überlegung bzw. der Gedankengang stehen, wie es dem oder den Tieren dabei geht.
Dazu muss man sich nur in das Tier hineinzuversetzen. Das ist auch genau das, was wir von Tierrechte-im-Unterricht in unserem Tierrechts-Unterricht zu vermitteln versuchen.

Also, probieren wir es einmal:
Wie fühlen sich wohl Spinnen, Echsen oder auch Hamster, Meerschweinchen, Kanninchen oder auch nur eines der hier angesprochenen Tiere (über 400 Arten), wenn täglich wechselnd viele viele Schülerinnen und Schüler, Lehrer, Hausmeister oder Tierpfleger nach belieben in den Käfig greifen, die Tiere rausholen, streicheln, ausleihen, wieder zurück bringen, in andere Schulen transportieren etc.?
Ist das nicht eher Stress für die Tiere. Macht das den Tieren nicht eher sogar Angst, da sie nicht wissen, was mit ihnen geschieht. Ist es nicht vielmehr so, dass sie keine Ruhe finden. Das sie nicht wissen, wohin sie eigentlich gehören. Ganz zu schweigen davon, dass die Tiere bestimmt nicht artgerecht gehalten werden, sondern höchstwahrscheinlich in kleinen Käfigen ihr dasein fristen müssen. Noch dazu, dass solche Einrichtungen in der Regel immer knapp an finanziellen Mitteln sind und so mitunter teure hochwertige Futtermittel wie auch ggfs. teuere medizinische Versorgung nicht immer optimal und ideal für das Tier sein können.
Kann sich jemand vorstellen, dass exotische Tiere wie Warane tatsächlich fernab der Heimat in einem anderen Klima wirklich glücklich sein können?
Und überhaupt – kann sich jemand vorstellen, dass in einem Käfig/Terrarium/oder Aquarium eingesperrte Tiere jemals glücklich sein können?

Im dem Interview/Artikel wird von Tiernutzung gesprochen – und in der Tat, die Tiere werden benutzt – wie würde es uns gefallen benutzt zu werden?

Mitgefühl soll vermittelt werden heißt es – das Gegenteil wird wohl eher erreicht.
Mitgefühl heißt im Sinne der Tiere zu handeln – also Zoo(s) auflösen und Tier(aus)nutzung stoppen.

Sehr geehrte Bio-Lehrerin, das ist eine glatte 6!