Guter Veganer vs. böser Veganer oder Informieren vs. Missionieren

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April 2016

Jeder Mensch ist von klein auf ein empathisches, also mitfühlendes (und vegan) lebendes Wesen.

Es schlummert also in jedem von uns ein guter Kern (=Glaube an das Gute im Menschen).

Als Tierrechtler bin ich der Überzeugung, dass je besser die Konsumenten darüber informiert und aufgeklärt sind, welche Auswirkungen Ihre Konsumentscheidungen auf Tiere, Umwelt und auch Menschen haben, desto bessere Konsumentscheidungen (im moralischen Sinn) werden Sie treffen.
Insofern ist es sinnvoll möglichst viele Informationen zu geben und wertvolle Aufklärungsarbeit zu leisten.

Woher stammt eigentlich das Fleisch, dass wir im Supermarkt in der praktischen 250g-Packung kaufe?

Wie das war mal ein liebevolles, fühlendes, neugieriges kleines Tierbaby?
Und was? – es wurde sein ganzes kurzes Leben lang eingesperrt und misshandelt?
Getrennt von seiner Mutter und seinen Geschwistern?
Vollgepumpt mit allerlei Medikamenten, Wachstumshormonen und Antbiotika?
Leidenschaftslos geschlachtet im Schlachthof?
Dann ausbluten lassen und nach dem Siedebad den Körper zerteilt, damit die Fleischstücke…
…schön abgepackt ins Supermarktregal gelangen können.

Da sich immer noch der überwiegende Teil unserer Gesellschaft diese Zusammenhänge nicht wirklich bewusst macht oder ihrer gar bewusst ist, ist die Aufklärungsarbeit nicht nur sinnvoll sondern darüber hinaus essentiell wichtig und dringend notwendig.

Das Leiden der Tiere wird nicht aufhören, wenn es nicht Thematisiert wird!

Wie vielen anderen auch ist es mir ein Anliegen die furchtbare Wahrheit in die Welt hinaus zu tragen und so viele Menschen wie möglich wachzurütteln und von einer veganen Lebensweise zu überzeugen.
Doch Vorsicht!

Schnell manövriert man sich mit einer zu offensiven, direkten Vorgehensweise selbst (und damit seine so wichtigen Gesprächsziele) ins Abseits. Schnell wird man als Moralapostel oder Missionar abgestempelt und der Gegenüber entzieht einem die wertvolle Aufmerksamkeit und geht seinerseits auf Distanz – oder schlimmer noch – in eine Ablehnende Haltung über.
Damit die eigene Vorgehensweise nicht in einem Misserfolg endet, will ich an dieser Stelle ein paar aus meiner Sicht wertvolle Gedankengänge weitergeben, wie man den Gegenüber zum Nachdenken und idealerweise zu einer Verhaltensänderung anregen kann, bestmöglich erreicht:

  • Zunächst einmal ist es wichtig, sich in den Gegenüber hineinzuversetzen (welche Informationen sind bereits bekannt, wie ist die Einstellung, der Standpunkt zum Thema etc. – Einfühlvermögen ist also auch hier gefragt) und sie oder ihn dort abzuholen, wo sie sich gedanklich befinden. Eine freundliche, positive Ausstrahlung ist dabei genauso wichtig wie gutes Zuhören und sinnvolle, bedachte Antworten zu geben.
  • Der kontraproduktive Gegensatz dazu wäre der einer besserwisserischen und dogmatischen Herangehensweise bei der die eigene Sicht der Dinge als die einzig richtige propagiert und eine Verhaltensänderung des Zuhörers einfordert wird.
  • Denn Effektiv (im Sinne der Tiere) ist man in erster Linie durch positives Feedback von bereits sinnvollen und richtigen Gedankengängen und (Konsum- oder Lebens-)Gewohnheiten des Gegenübers. In diesen positiven Ansätzen sollte man den Gesprächspartner loben/bestärken und weitere Schritte in die eingeschlagene, Richtung aufzeigen. Dies können (sollten) neben sachlogischen Argumenten und Fakten vor allem praktische Ratschläge und Tipps sein (z.B. Rezeptideen, Einkauftipps, Ernährungswissen, etc.) oder einfach eine Einladung zum gemeinsamen Kochen oder ausprobieren von veganem Essen. Es gilt den Spaß und die Einfachheit des veganen Lebens aufzuzeigen und Vorurteile abzubauen.
  • Prinzipiell gilt:
    Je einfacher und bequemer es ist sich vegan zu ernähren bzw. einen veganen Lebensstil zu adaptieren, desto leichter fällt es, damit zu starten. Und genau das ist entscheidend – Starten und Anfangen!
  • Für die allermeisten ist der Wandel ein schrittweiser Prozess. Bislang unbekannte oder unbeachtete Informationen werden aufgenommen, neue Dinge werden entdeckt und ausprobiert, Verhaltensweisen werden geändert und alte Gewohnheiten aufgegeben.

    Dabei bewirkt jeder noch so kleine Schritt hin zu einer veganen Lebensweise, dass weniger Tiere leiden müssen, dass weniger Tiere sterben müssen!

    Und auch wenn der Grund für den Beginn dabei (zunächst) kein moralischer sein mag (sondern z.B. aus gesundheitlichen Gründen begonnen wird) ist das Ergebnis entscheidend!
    In diesem Sinne:

    Starten und Anfangen und nicht stehen bleiben!
    Jeder Schritt hilft!!!