Bericht vom Besuch der Kellerskopfschule in Wiesbaden-Naurod

http://www.tierrechte-im-unterricht.de/wp-content/uploads/2015/08/3355739482_a3fd344047_b.jpg
August

Hier das Feedback der Lehrerin von der Kellerskopfschule in Wiesbaden-Naurod. Die Klasse war ein Wahlpflichtkurs im 10. Jahrgang, bei denen das Thema „Ethisch korrektes Leben“ behandelt wurde. Das Thema Tierrechte durfte in diesem Kontext natürlich nicht fehlen…

Hallo Herr Drastig,

vielen Dank für Ihre Emails mit dem Vortrag und den weiteren Literaturhinweisen.

Ich habe Ihnen versprochen eine Rückmeldung von meinen Schülern zum Vortrag zu geben. Nun hatte ich die Gruppe gestern wieder im Unterricht und habe nachgefragt:

Der Eindruck war sehr positiv. Die Schüler haben sehr viel erfahren, auch viel Verstörendes. Es fiel allen sehr schwer nach den 3 Stunden in den normalen Unterrichtsalltag zurückzukehren. In der Klasse 10b hat die Kollegin, die im Anschluss Unterricht hatte, die Schüler erzählen lassen und entstand eine lebhafte Diskussion mit allen Klassenmitgliedern, die sehr konstruktiv war. Diese half den meisten wieder zum Alltag zurückzufinden.

Einige fanden die Filme so schockierend, dass sie nicht hinschauen konnten. Sogar das Hören ohne zu sehen fiel ihnen schwer.

Es kamen auch einige Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge:

– Einige hatten das Gefühl, dass sie alles falsch machen und es lähmte sie dann sich auf das Thema einzulassen und sogar etwas zu verändern.

– Für die meisten Schüler war die Länge des Vortrages ein Problem, da sie so viele Informationen nicht aufnehmen konnten. Viele Infos sind am Ende untergegangen, weil für sie keine Zeit mehr gab.

Aus diesem Grund kam der Vorschlag, dass es besser wäre dieses Thema im Rahmen eines Projekttages zu erarbeiten, indem auch die Schüler mehr aktiv werden könnten. Das würde für Unterbrechung der langen Aufmerksamkeitsphase sorgen. Durch die Gespräche untereinander könnten sie schon einiges verarbeiten. Sie möchten mehr in das Thema einbezogen werden.

Ein weiterer Wunsch war auch eine Alternative zur Massentierhaltung zu zeigen, z.B. durch Vorstellung eines Biohofes.

Ich werde auf jeden Fall Sie nächstes Jahr wieder zu meinem Kurs einladen. Falls Sie sich überlegen evtl. auf den Vorschlag der Schüler einzugehen und aus Ihrem Vortrag einen Projektvormittag zu machen, würde ich Sie dabei gerne unterstützen.

Wir haben gestern unseren veganen Kochtag am kommenden Donnerstag geplant. Die Begeisterung war sehr groß. Die Schulleitung hat alles genehmigt, sodass ich sehr froh bin, dass wir auch von der SL unterstützt werden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und danke Ihnen noch einmal ganz herzlich für Ihr Engagement!

*Hinweis in eigener Sache:
Mir ist bewußt, dass viele erstmal etwas Zeit brauchen die oftmals „neuen“ und „harten“ Informationen zum Thema Tierrechte zu verarbeiten. Nichtsdestotrotz ist es essentiell, dass die Sicht hinter die Kulissen – also das was die Tiernutzungs-Industrie verschweigt oder gar verschleiert – der Öffentlichkeit eben nicht vorenthalten wird, sondern im Gegenteil: die Öffentlichkeit muss endlich informiert und aufgeklärt werden. Gerade dies ist ja ein wesentlicher Teil der Aufgabe eines (Tierrechts-)Lehrers. Selbstverständlich versuche ich bei meinen Vorträgen die Informationen immer altersgerecht zusammenzustellen und zu vermitteln.